Die Emanzipation ist bei den Versicherungen angekommen
Am Dienstag dieser Woche gab es vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Urteil, welches sich eminent auf den Versicherungsmarkt auswirken wird. Denn ab 2013 dürfen keine Tarife mehr angeboten werden, die Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufweisen. Für die Kalkulatoren in den Versicherungen, die bislang die Beiträge errechnen, gehen damit wichtige Faktoren der Kalkulation verloren.
Bislang war es häufig so, dass gerade Frauen wesentlich erhöhte Beiträge für private Rentenversicherungen zahlen mussten, da sie erwiesener maßen eine höhere Lebenserwartung haben. Männer hingegen müssen mit höheren Beiträgen für die Autoversicherung leben. Denn sie verursachen häufiger Unfälle als Frauen. Das wird jedoch ab 2013 vorbei sein, wenn alle Versicherungsnehmer gleichbehandelt werden müssen.
Wer nun allerdings glaubt, dass damit die Versicherungsbeiträge sinken, der irrt gewaltig. Die Versicherungen drohen schon jetzt mit steigenden Beiträgen aufgrund dieses EuGH Urteils. Grund dafür ist, dass ein sogenanntes hartes Kriterium entfällt. Die Ermittlung der durchschnittlichen Lebenserwartung und auch die Erkrankungshäufigkeit und –schwere lassen sich anhand von statistischen Werten festlegen. Neue Kriterien müssen nun her, die vermutlich aber wesentlich schwerer zu kalkulieren sind. Denn natürlich wirkt sich die Ernährung oder der Wohnort auch auf den Gesundheitszustand aus, müsste somit auch zu Änderungen in der privaten Krankenversicherung führen. Diese Werte aber schwanken und ändern sich.
Damit die Kalkulation für die Versicherungen effizient bleibt, wird es bei diesen Versicherungen zu pauschalen Risikozuschlägen kommen, die nachteilig für alle Versicherungsnehmer sind. Bis zur Einführung der neuen Versicherungsbedingungen wird es sicherlich noch viel Werbung damit geben. Vor allem im Bereich der Risikolebensversicherung bei Frauen bzw. in der Altersvorsorge für Männer wird ein Hype bis Ende 2012 erwartet.
Quelle: http://www.welt.de/print/wams/finanzen/article12710301/Wie-gleich-sind-Frauen-und-Maenner.html